Da die Hochzeitssession 2017 erst noch bevorsteht, habe ich mich schon mal mit einem TFP Shooting zum Thema „Trash the Dress“ eingestimmt. Trash the Dress ist ein noch relativ unbekanntes Sub Genre der Hochzeitsfotografie. Die eigentliche Hochzeitsfotografie fällt in den Bereich der Eventfotografie, da es eine Anlassbezogene Fotografie ist. Je nach Wunsch des Brautpaares kann es Elemente der Portraitfotografie, der Reportagefotografie oder der Glamourfotografie enthalten. Bei den Portraits am Hochzeitstag werden, soweit möglich, natürlich aussehende Portraits in einer besonderen Umgebung erstellt, meist in einem Park oder in einem Fotostudio. Diese Portraits können sogar je nach Grad der Inszenierung in Richtung Glamourfotografie gehen. Hauptsächlich besteht die Hochzeitsfotografie aber aus einer fotografischen Begleitung des Tages, also der Reportage. In dieser Reportage wird viel Wert daraufgelegt, das besondere Momente als Erinnerung festgehalten werden. Zum Beispiel der erste Blick des Paares, der Ringe tausch, der Kuss, das Anschneiden der Torte oder der erste Tanz.

Hochzeitsfotografie © Antonia Moers

Trash the Dress Aufnahmen konzentrieren sich im Gegensatz zur klassischen Hochzeitsfotografie, auf Aufnahmen der Braut in Ihrem Hochzeitskleid in einer außergewöhnlichen Umgebung, wie z.B. alte, zerfallene Fabriken, Graffittiwände, Steinbrüche, Schrottplätze oder ähnliches. Die Idee dahinter ist, dass das Hochzeitskleid noch einen weiteren großen Auftritt bekommt, bevor es im Kleiderschrank einstaubt.

Die Grundidee stammt aus den USA und wird heute in den unterschiedlichsten Abstufungen umgesetzt. Wenn anfänglich nur untypischen Umgebungen verwendet wurden, wird mittlerweile auch viel Wert auf unpassende Accessoires, Schminke oder sogar ein ruiniertes Kleid gesetzt. Ob Aufnahmen unter Wasser oder sogar ein zerrissenes, bemaltes Kleid, Trash the Dress kennt keine Grenzen.

Hochzeitsfotografie © Antonia Moers

Allerdings wollte ich nicht dieses bezaubernde Kleid zerstören, deswegen habe ich mich eher auf eine untypische Umgebung, eine besondere Lichtstimmung, eine moderne Frisur mit stärkerem Make-up und ein paar zusätzliche Accessoires konzentriert. Gerade das Make-up soll bei Trash the Dress Aufnahmen sehr abstrakt aussehen, grelle Farben, gerne verschmiert. Und die Frisur darf auch nicht an eine klassische Brautfrisur erinnern, und wenn nur Schemenhaft, sehr zerrupft.
Mein Ziel ist es, mein Modell im Hochzeitskleid in einer sehr kontrastreichen Umgebung, mit charmanten Licht in Szene zu setzen und das Thema Trash the Dress eher als Aufhänger für kreative Hochzeitsaufnahmen mit einem etwas anderem Styling zu verwenden. Denn die Synonyme für das Wort „Trash“ sind unteranderem Kitsch, ramsch, billig und geschmackslos. Dies sind Bezeichnung, die ich im Zusammenhang mit meinen Fotografien vermeiden möchte.

Für das Make-up war wieder Anne Müsebeck zuständig und alle Frisuren stammen von Helena aus dem Friseursalon KULT. Ein großes Dankeschön an alle beteiligten, sowohl an Helena & Anne, als auch an unsere Modelle, die bei der Kälte einen super Job gemacht haben!

Ein weiteres Hochzeitsprojekt steht noch aus, aber erst im Frühling wenn die Umgebung wieder etwas romantischer wird. Bis dahin, wünsche ich Euch eine schöne Zeit!

Eure Antonia